101 Texte. 101 Tage. Ein Leseprojekt.

Sandra Kegel (Hg.): Prosaische Passionen

Es gibt einen Buchmessetermin, auf den ich mich jedes Mal sehr freue: Beim Bloggertreffen mit Manesse-Verleger Horst Lauinger gibt es stets besondere Bücher zu entdecken. Denn die Titel aus dem Manesse Verlag sind nicht nur bibliophile Schmuckstücke, nicht einfach nur Klassiker in neuem Gewand, sondern oftmals verlegerische Projekte, die neue Aspekte bereits bekannter Autorinnen und Autoren zeigen, aber auch immer wieder ganze Epochen literarisch neu erschließen. Schöne Beispiele sind etwa der Band über die Apokalypse als Literatur, die Zusammenstellung aus den Tagebüchern von Alexander von Humboldt als »Buch der Begegnungen«, die aufwendige Prachtausgabe der Göttlichen Komödie anlässlich des 700. Todestags von Dante Alighieri oder der großartige Sammelband »Über den Feldern« mit literarischen Texten rund um den Ersten Weltkrieg. In diesem Herbst allerdings wurde bei dem Messetermin ein Buch vorgestellt, das aus all den spektakulären Projekten noch einmal heraussticht – es ist ein editorisches Meisterwerk. »Prosaische Passionen« lautet der Titel, Herausgeberin ist die Literaturkritikerin und FAZ-Feuilletonchefin Sandra Kegel

»Prosaische Passionen« muss als ein Meilenstein gelten, denn diese Anthologie erschließt die Epoche der literarischen Moderne neu und fügt ihr entscheidende Stimmen hinzu, die bisher für eine Gesamtbetrachtung gefehlt haben. Die weiblichen Stimmen. Und daher lautet der Untertitel dieses 900-Seiten-Bandes: »Die weibliche Moderne in 101 Short Stories«. „101 Texte. 101 Tage. Ein Leseprojekt.“ weiterlesen

»Fahrenheit 451«: Ein Interview zur Neuübersetzung

Der Dystopie-Klassiker »Fahrenheit 451« von Ray Bradbury wurde von Peter Torberg neu übersetzt. Entstanden ist dabei ein mitreißend erzählter Roman mit einer bildgewaltigen Sprache – ganz im Sinne des Autors, der dieses Buch seinerzeit in nur neun Tagen niederschrieb; seine Aufgewühltheit beim Verfassen des Textes ist in der Neuübertragung deutlich spürbar. Überhaupt verdanke ich der Übersetzungsleistung Peter Torbergs etliche großartige Leseerlebnisse; als Beispiele seien »Winters Knochen« von Daniel Woodrell, »Bitter Wash Road« von Gary Disher oder »Einsame Tiere« von Bruce Holbert genannt. Vor einiger Zeit hatten wir uns auf der Frankfurter Buchmesse auf einen Kaffee getroffen und ein Interview verabredet. Nun bot die Neuübersetzung von »Fahrenheit 451« einen guten Anlass, ihm Fragen zu seiner Tätigkeit zu stellen. „»Fahrenheit 451«: Ein Interview zur Neuübersetzung“ weiterlesen

Zerbrechliche Gewissheiten

Ein Kaffeehaussitzer-Gastbeitrag im Blog TraLaLit über das Übersetzerpaar Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.
Ein Kaffeehaussitzer-Gastbeitrag im Blog TraLaLit über das Übersetzerpaar Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.

Kurze und knackige Blogbeiträge schreiben ist etwas, das ich nicht kann. Meistens werden die Texte viel länger als gedacht und meistens ist mir das einfach egal. Diesmal allerdings wird es mir leichtfallen, mich kurz zu fassen, den der eigentliche Beitragstext steht nicht hier, sondern im Blog TraLaLit. Die Seite nennt sich Plattform für übersetzte Literatur und ist – meines Wissens – der einzige Blog, der sich ausschließlich mit dem Thema Literaturübersetzung sowie mit Übersetzerinnen und Übersetzern beschäftigt. Ein Blog, eher schon ein Online-Magazin, das ich schon länger mit großem Interesse verfolge. Und dessen Beiträge ich sehr mag. „Zerbrechliche Gewissheiten“ weiterlesen

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