Das Unerzählbare. Ein Leseprojekt

Das Unerzaehlbare: Ein Leseprojekt gegen das Vergessen

Das Unerzählbare. Mit diesem Begriff umschreibt der Autor Daniel Kehlmann die Beschäftigung mit dem Thema Holocaust und dem mit deutscher Gründlichkeit organisierten Massenmord an sechs Millionen Menschen. Denn wie soll man, wie kann man über diesen monströsen Tiefpunkt der Zivilisation und der deutschen Geschichte reden, schreiben, sprechen? Und gleichzeitig muss man darüber reden und darüber schreiben und darüber sprechen, damit dieses Unerzählbare niemals in Vergessenheit gerät. Deshalb habe ich für ein Leseprojekt Bücher zusammengestellt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Es gibt drei Auslöser für dieses Leseprojekt. Zum einen hatte ich in dem letzten Beitrag über die fünfzehn Bücher geschrieben, die mein Leserleben bisher am meisten geprägt haben. Mit dabei war der „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész und dabei ist mir aufgefallen, dass dieses herausragende Werk bisher hier keine ausführliche Erwähnung fand. Dieses nicht und nur wenig der zahlreichen anderen Titel in meinem Bücherregal zu dieser Thematik.

Ein weiterer Grund ist der Antisemitismus, der bei uns gerade gefühlt überall seine hässliche Fratze aus den Löchern hervorreckt, in denen er sich notdürftig versteckt gehalten hatte. Natürlich gab es immer die Ewiggestrigen und sie werden leider auch nie verschwinden. Doch wenn ein „Politiker“ vom „Schuldkult“ redet und das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ verunglimpft, ist damit eine neue Dimension erreicht. Wobei Teile der Linken mit ihrer als pauschalisierende Israelkritik getarnten Judenfeindlichkeit keinen Deut besser dastehen. Gleichzeitig gibt es im EU-Parlament stehenden Applaus für einen antisemitischen Hetzer, während unsere Bundesregierung alle Prinzipien über Bord wirft und Geschäfte mit einem Staat macht, dessen Regime die Auslöschung Israels plant. Von dem arabischen Judenhass in unserem Land, der durch Zuwanderung stetig zunimmt, gar nicht erst zu reden – dass in Berlin eine regelmäßige Veranstaltung wie die Al-Quds-Demo geduldet wird, ist unfassbar; diese Kundgebung ist an öffentlicher antijüdischer Hetze kaum zu überbieten. Aus all dem zusammen entsteht eine bedrohliche Entwicklung, die in einem solchen Ausmaß vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Der dritte Auslöser für das Leseprojekt ist die Diskussion um den Roman „Stella“ von Takis Würger. Es ist zwar immer wünschenswert, wenn über Literatur gesprochen und auch gestritten wird, doch hier geht es um die grundsätzliche Frage, auf welche Weise der Holocaust in Romanform geschildert werden kann. Ihn lediglich als atmosphärischen Hintergrund zu nutzen, um eine von Plattitüden strotzende Liebesgeschichte zu erzählen, grenzt meiner Meinung nach an Bagatellisierung jenes Unerzählbaren. Die Literaturkritik hat den Roman im Feuilleton mehrheitlich in der Luft zerrissen. Das konnte ich nach der Leküre des Buches gut nachvollziehen, doch viele Leser und Buchhändler sehen das anders. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass die Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 inzwischen so weit entfernt sind, dass sich der Umgang damit zu ändern beginnt.

Ich habe mir einmal die zeitlichen Dimensionen klar gemacht. Als ich 1969 geboren wurde, war das Ende des Zweiten Weltkriegs erst 24 Jahre her. Zum Vergleich: Dieses Jahr jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum dreißigsten Mal. Während meiner Kindheit war ich umgeben von Spuren der Geschichte. Meine Oma, mein Vater und dessen Brüder erzählten Horrorgeschichten von der Flucht aus Ostpreußen – sofern sie darüber sprachen. Mein Opa lebte nicht mehr, aber von dessen SA-Mitgliedschaft wurde mit einem beinahe folkloristischen Unterton berichtet. Dann gab es unseren Nachbarn, der Stalingrad und ein sibirisches Gefangenenlager überlebt hatte. Französische Soldaten, die in unserer Kleinstadt einquartiert waren und oft mit ihren Jeeps an unserem Haus vorbeifuhren. Meinen Patenonkel, der mit nur einem Bein aus dem Krieg zurückgekommen war.

Überhaupt war es nichts Ungewöhnliches, einarmige oder einbeinige Männer mit verhärmten Gesichtern im Straßenbild zu sehen. Und bei Festen oder Familienfeiern immer wieder Sprüche zu hören wie ein jammeriges „Wir haben ja nichts gewusst“ oder ein trotziges „Aber die Autobahnen“. Als Kind bekam man die diffuse Ahnung von einer Ungeheuerlichkeit, die mit all dem zusammenhängen musste. Das Trauma eines ganzen Volkes und dessen Schuld an unfassbaren Gräueltaten – in den Siebzigern war das im Nachhinein betrachtet sehr deutlich wahrzunehmen. Gerade weil in den Familien niemand richtig darüber sprach, hatte dieses Unerzählbare eine Präsenz, die das eigene Aufwachsen prägte. Und die es heute so nicht mehr gibt.

Es ist ein normaler Prozess, dass sich im Verlauf der Zeit auch die Art und Weise ändert, wie über Geschehnisse geschrieben wird. Gleichzeitig bin ich immer wieder überrascht, wie erschreckend wenig zahlreiche junge Erwachsene über den Holocaust oder das „Dritte Reich“ wissen – es ist für viele einfach zu weit weg und die Vermittlung in der Schule bleibt schon aus Zeitgründen oftmals nur an der Oberfläche. Und deshalb spielt Literatur, spielen Bücher eine umso wichtigere Rolle, um zumindest die literaturaffinen Menschen für diese dunkle Zeit zu sensibilisieren, ihnen einen Zugang zu einer Vergangenheit zu schaffen, die unsere jetzige Welt geprägt hat wie kaum ein anderes Ereignis. Ein Roman, der dies alles trivialisiert, muss daher auch harte Kritik aushalten können.

„Das Unerzählbare“ – die eingangs zitierte Formulierung von Daniel Kehlmann ist übrigens etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Sie gehört zu einem Zitat von ihm, das auf der Rückseite von „Stella“ abgedruckt ist: „Takis Würger hat sich etwas Aberwitziges vorgenommen: Das Unerzählbare zu erzählen.“

Doch das Unerzählbare ist schon oft erzählt worden und es muss immer wieder erzählt werden – und vielleicht weckt Takis Würgers in meinen Augen misslungener Roman ja bei manchen Lesern das Interesse daran, sich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen. Zu wünschen wäre es sehr. Und lesenswerte Bücher gibt es genug. Einige davon sind unten aufgeführt.

Dies also sind die Gründe für dieses Leseprojekt. Wie immer dient es dazu, Leseanregungen zu geben; Bücher, die sich über Jahre angesammelt haben, in einen thematischen Zusammenhang zu bringen. Ein Leseprojekt ist nie wirklich abgeschlossen – und dieses sowieso nicht.

Hier die Bücherliste, Anregungen und Ergänzungen sind wie stets willkommen.

  • Jürg Amann, Der Kommandant
  • Ulrich Alexander Boschwitz, Der Reisende
  • Yuri Dojc / Katya Krausova, Last Folio – Ein photographisches Gedächtnis
  • Daša Drndic, Sonnenschein
  • Martin Doerry, »Mein verwundetes Herz« – Das Leben der Lilli Jahn
  • Friedrich Dönhoff, Ein gutes Leben ist die beste Antwort
  • Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden
  • Roman Frister, Die Mütze oder der Preis des Lebens
  • Roman Frister, Ascher Levys Sehnsucht nach Deutschland
  • Monika Held, Der Schrecken verliert sich vor Ort
  • Imre Kertész, Roman eines Schicksallosen
  • Victor Klemperer, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten – Tagebücher 1933-1945
  • Ruth Klüger, weiter leben
  • Eugen Kogon, Der SS-Staat
  • Primo Levi, Ist das ein Mensch?
  • Katja Petrowskaja, Vielleicht Esther
  • Mark Roseman, In einem unbewachten Augenblick
  • Göran Rosenberg, Ein kurzer Aufenthalt
  • Philippe Sands, Rückkehr nach Lemberg
  • Yishai Sarid, Monster
  • Steve Sem-Sandberg, Die Elenden von Lódz
  • Steve Sem-Sandberg, Die Erwählten
  • Jorge Semprún, Die große Reise
  • Uwe von Seltmann, Es brennt – Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes
  • Timothy Snyder, Bloodlands
  • Timothy Snyder, Black Earth
  • Steven Uhly, Königreich der Dämmerung
  • Nikolaus Wachsmann, KL – Die Geschichte der deutschen Konzentrationslager
  • Klaartje de Zwarte-Walvisch, Mein geheimes Tagebuch

Als wichtige Ergänzung zu diesem Leseprojekt gibt es eine Liste mit Literatur zum Thema Holocaust, die von der Autorin und Journalistin Ute Wegmann speziell für Kinder und Jugendliche zusammengestellt wurde.

41 Kommentare

  1. Pingback: Blogophilie Februar-März 2019 | Miss Booleana

  2. Ich möchte noch auf Lizzie Doron hinweisen: In ihren ersten Romanen wie z.B. „Ruhige Zeiten“ oder „Es war einmal eine Familie“ schreibt sie über die Auswirkungen des Holocaust auf die nachgeborene Generation in Israel, ich fand ihre Bücher sehr beeindruckend. Beeindruckt hat mich an ihr auch, daß sie sich in ihren beiden letzten Büchern „Who th Fuck is Kafka“ und „Sweet Occupation“ dem kaum lösbaren Konflikt zwischen Palästinensern und Israeli widmet. Vor allem im erstgenannten, in dem sie von dem Versuch berichtet, gemeinsam mit einem Palästinensischen Regisseur ein gemeinsames Projekt zu machen, wird das Dilemma sehr gut herausgearbeitet.
    Ebenfalls sehr lesenswert fand ich „Ein Geheimnis“ von Philippe Grimbert und den autobiographischen Roman „Lügen in Zeiten des Krieges“ von Louis Begley.
    Literarisch vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll, aber dennoch sehr ergreifend fand ich den Roman „Sarahs Schlüssel“ von Tatiana de Rosnay.

  3. Hallo Uwe,
    gerade habe ich „Geisterbahn“ von Ursula Krechel ausgelesen und war wirklich beeindruckt. Ihre Roman-Trilogie „Shanghai fern von wo“, „Landgericht“ (dt. Buchpreis)und „Geisterbahn“ könnten auch noch ein guter Tipp für deine Liste sein.

  4. Lieber Uwe,
    ich finde aus auch so unheimlich wichtig, sich mit der Vergangenheit seines Landes auseinanderzusetzen.
    Obwohl ich Geschichts-Leistungskurs hatte, habe ich dank des Lehrplans immer nur etwas über „die Goldenen 20er“ und dann erst wieder „Deutschland nach 1945“ im Unterricht behandelt. Alles was sich dazwischen in unserem Land abgespielt hat, habe ich aus Filmen und vor allem Büchern. Daher finde ich dein Leseprojekt super und habe bereits das ein oder andere Buch auf meiner eigenen Wunschliste hinzugefügt. Danke dafür!
    Letztes Jahr habe ich von Sam Pivnik „Der letzte Überlebende“ gelesen und gerade der Teil über seine Zeit im KZ hat mich nachhaltig ergriffen.
    Liebe Grüße Ella

    • Liebe Ella,
      vielen Dank, es freut mich, wenn ich mit dem Leseprojekt Lektüreanregungen geben kann.
      Liebe Grüße
      Uwe

  5. Hallo Uwe,

    Danke für Deine sehr gute Auswahl.

    Für mich waren als Überblicksdarstellungen sehr beeindruckend:
    Haffner, Anmerkungen zu Hitler
    und
    Hilberg, Täter, Opfer, Zuschauer

    Der Haffner ist unter geschichtswissenschaftlichen Aspekten sicher auch kritikwürdig, schafft aber einen sehr genauen Blick auf unter 200 Seiten, der zum Vertiefen anregt.

    Und Hilberg ist ja einer der wichtigsten Holocaust-Forscher, erwähnt sei auch sein Standardwerk „Die Vernichtung der europäischen Juden“.

    Autobiographisch hat mich sehr beeindruckt und mit vielen in die Gegenwart führenden Linien gefesselt: Daniel Mendelsohn „Die Verlorenen — Eine Suche nach sechs von sechs Millionen“

    Viele Grüße aus Berlin

    Frithjof Klepp

    • Hallo Frithjof,

      vielen Dank für die Empfehlungen.
      Den Haffner kenne ich, die anderen schaue ich mir mal genauer an.

      Viele Grüße
      Uwe

  6. Hallo Uwe,

    vielen Dank für die bereits sehr umfangreiche Liste.
    Ich hätte auch noch ein Buch, welches in die Liste passen würde:

    “Denn Liebe ist stärker als Hass“ von Shlomo Graber.

  7. Hallo Uwe,
    ich freue mich immer, wenn ich wieder einen neuen Eintrag bei dir lesen kann.
    Das neue Leseprojekt spricht mir aus der Seele.
    Sicherlich werde ich einige Bücher auf der Liste lesen.
    Ergänzen solltest/könntest du unbedingt von Astrid Rosenfeld „Adams Erbe“, oder auch von Thomas Harding „Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz“. Letzteres ist zwar ehr ein Sachbuch, aber mindestens so eindrucksvoll wie mancher Roman zur Thematik.

    Herzliche Grüße
    Katrin

  8. Hallo Uwe

    Schon viel zu lange wartet „Das Lachen und der Tod“ vom niederländischen Schriftsteller Pieter Webeling darauf, endlich gelesen zu werden. Mir ist das Buch schon vor einiger Zeit von holländischen Freunden empfohlen worden und vielleicht taugt es ja als Tipp.

    Danke übrigens für deinen Blog. Eine wunderbare Inspiration, immer wieder aufs Neue.

    Sven

  9. Hallo Uwe,
    da hast du dir aber wirklich eine beachtliche Liste vorgenommen. Vielen Dank für die zahlreichen Leseempfehlungen zu diesem Thema. Jeder Leser sollte sich zumindest hin und wieder mit dem „Unerzählbaren“ beschäftigen. Das sehe ich auch so. Mir fällt auch zunehmend auf, dass junge Menschen erschreckend wenig über die Zeit des Nationalsozialismus wissen. Ich versuche seit vielen Jahren diesem Missstand abzuhelfen, indem ich bereits Kinder in der Grundschule behutsam an das Thema heranführe. Hierbei greife ich immer wieder gerne auf den Klassiker „Der überaus starke Willibald“ von Willi Fährmann zurück.
    In deiner Liste fehlt mir auf jeden Fall „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell.
    Im Januar habe ich „Stadt der Geheimnisse“ von Stewart O´Nan gelesen. Der Roman hat mir noch mal einen neuen Blick auf die Ereignisse direkt vor der Staatsgründung Israels verschafft und mir gezeigt, dass ich über diese Ereignisse mehr wissen sollte. „Stadt der Geheimnisse“ hat m.E. durchaus Mängel, dennoch gelingt es dem Autor gut, die Hauptfigur und deren moralische Zweifel herauszuarbeiten.
    Im Sachbuchbereich kann ich „Faschismus – Eine Warnung“ von Madeleine Albright sehr empfehlen.
    Bei dem Roman „Stella“ von Takis Würger hingegen kann ich mich der negativen Kritik in den Feuilletons nur anschließen.

    • Hallo Petra,

      da sind ein paar sehr interessante Empfehlungen dabei, vielen Dank. Den Littell versuche ich, in gebundener Form antiquarisch zu bekommen.

      Viele Grüße
      Uwe

  10. Hallo Uwe,

    bleib besser bei Deinen Leisten und sprich über Bücher! Man darf in diesem Land die Politik des Staates Israel nicht mehr kritisieren, ohne gleich als Antisemit bezeichnet zu werden. Dabei wird „Politik des Staates Israel“ gleichgesetzt mit „die Juden“. Das ist doch Manipulation und Propaganda! Eine ausgewogenere und reflektiertere Sichtweise wäre angeraten gewesen.

    Und ganz aktuell:
    https://www.welt.de/politik/ausland/article188763943/Krieg-mit-dem-Iran-Benjamin-Netanjahu-sorgt-fuer-Aufregung.html

    Darf man das hier auch nicht kritisieren?

    Und hier noch ein paar Bücher zum Thema:

    – Gerron von Charles Lewinsky
    – Der Junge im gestreifen Pyjama von John Boyne
    – Jakob der Lügner von Jurek Becker
    – Die Bücherdiebin von Markus Zusak
    – Nebel im August von Robert Domes

    Aber ich denke, diesen Kommentar wirst Du sowieso nicht publizieren.

    Gruß,
    Simone

    • Hallo Simone,

      warum sollte ich Deinen Kommentar nicht veröffentlichen? Er zeigt ja genau die Ignoranz, die ich meine. Natürlich kann man Netanjahu und seine Vorgehensweise kritisieren – dabei darf man aber eben nicht ausblenden, dass Israel ein Land ist, das ständig von Auslöschung bedroht ist. Solange militante Revanchisten wie Hamas oder Hisbollah den Ton angeben, solange im Gazastreifen genug Geld für unzählige Raketen vorhanden ist, die jedes Jahr auf Israel abgeschossen werden und im Hintergrund des iranische Kopf-ab-Regime die Strippen zieht – solange wird es auch Politiker wie Netanjahu geben. Schlimm genug, dass verblendete Organisationen wie BDS diese Zusammenhänge nicht sehen, aber dass hier in Deutschland jedes jahr auf dieser unsäglichen Al-Quds-Demo öffentlich „Tod den Juden“ skandiert werden darf – das finde ich unterträglich und absolut nicht tolerierbar.
      Ansonsten: Danke für die Buchtipps.

      Schöne Grüße
      Uwe

  11. Hallo Uwe,

    wenn ich mir deine Liste anschaue, dann fallen mir zwei DInge auf:
    – ich kenne fast nichts auf deiner Liste, was wohl als Ansporn zu nehmen wäre sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen
    – andererseits habe ich Bücher zu dem Thema gelesen, die mich sehr mitgenommen habe und ich nicht auf der Liste gefunden haben. Schindlers Liste; Bücherdiebin von Markus Zusak und beeindruckt hat mich auch David Safier’s 28 Tage lang.

    Gruß
    Martin

    • Hallo Martin,

      vielen Dank für die Buchtipps.
      Falls Du Dich mit dem ein oder anderen Titel der Liste näher beschäftigen möchtest, dann würde ich Dir unbedingt den „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész ans Herz legen.

      Viele Grüße
      Uwe

    • wenn man Stella von Takis Würger gelesen hat, dann weiß man warum dein Leseprojekt so notwendig ist!
      Mehr möchte ich zu dem Thema nicht sagen.
      Ich werde jetzt daraufhin deinen Tipp angehen und Imre Kertesz lesen.

      Gruß
      Martin

  12. Hallo Uwe,

    und wieder einmal begeisterst du mit einer feinen Auswahl und einem Leseprojekt, dem man sich am liebsten gleich anschließen möchte (wenn da nicht ein Neustart eines Blogs wäre 😉).

    Ein Buch möchte ich dir für dein Projekt auf jeden Fall noch ans Herz legen. „Kanada“ von Juan Gomez Barcena aus dem Secession Verlag. Ohne zu viel zu verraten, ergibt sich der Sinn, warum es mit dazu gehört, erst im letzten Drittel, dann aber mit Nachdruck.

    Liebe Grüße
    Marc

    • Hallo Marc,

      vielen Dank. Auf „Kanada“ hast Du mich schon auf Facebook so neugierig gemacht, dass ich es mir auf jeden Fall zulegen werde.
      Bin sehr gespannt.

      Liebe Grüße
      Uwe

      • This book sounds fascinating: no English translation, sadly. Might have to try the German. Are either of you familiar with Tadeusz Borowski’s stories? Some of them are set in the Canada commando as well.

      • Hallo Uwe,

        dass ich es mal erlebe, dass ich dir eine Empfehlung gebe und nicht umgekehrt ;-)

        Wünsche dir ein gutes Gelingen für das Projekt. Ich denke, dass man da viel Zeit mitbringen muss, da es nicht immer einfach sein wird in all dieses Leid und diese Not einzutauchen. Bin gespannt, was du uns davon alles berichten wirst und ganz speziell, wie du Kanada beurteilen wirst. Imre Kertesz habe ich mir mal vorgemerkt. Wenn ich das irgendwo in gutem Zustand finde, kaufe ich es mir.

        Liebe Grüße
        Marc

  13. Uwe, großartig. Ganz ganz großartig. Das Buch von Friedrich Dönhoff, der in ein gutes Leben ist die beste Antwort über das Leben des Jerry Rosenstein schreibt, ist sehr gut platziert auf der Liste. Und über Der Reisende sind wir uns ja eh einig. Was mir dazu noch einfiele wäre Hannah Arendts Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft.
    Ein wirklich großartiges Projekt, das ich gerne verfolgen werde.
    LG, Bri

    • Klar, Hannah Arendt ist eine wichtige Autorin (nicht nur) in diesem Zusammenhang. Danke für’s Ergänzen.
      Liebe Grüße
      Uwe

  14. Hallo Uwe,

    ein wichtiger und sehr guter Beitrag mit interessanten Empfehlungen, die auch ich mit einem weiteren Titel ergänzen möchte:

    Suite française – von Irène Némirovsky

    Kurzinfo zum Buch:

    Eine der größten literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre

    Sommer 1940: Die deutsche Armee steht vor Paris. Voller Panik packen die Menschen ihre letzten Habseligkeiten zusammen und fliehen. Angesichts der existentiellen Bedrohung zeigen sie ihren wahren Charakter …

    Der wiederentdeckte Roman „Suite française“ von Irène Némirovsky wurde 2005 zur literarischen Sensation. Über 60 Jahre lag das Vermächtnis der französischen Starautorin der 30er Jahre unerkannt in einem Koffer – bis der Zufall dieses eindrucksvolle Sittengemälde aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ans Licht brachte.
    (Quelle: Thalia)

    Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, befindet sich aber schon seit längerer Zeit in meinem SUB. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr endlich dazukommen werde, es zu lesen.

    Gruß,
    Ida

    • Hallo Ida,

      klingt nach einem sehr interessanten Lesetipp, vielen Dank dafür.

      Viele Grüße
      Uwe

  15. Lieber Uwe,
    erneut ein wichtiges und anregendes Leseprojekt. Und natürlich erinnert es mich daran, mein eigenes Leseprojekt zum Thema NS wieder mal à jour zu bringen.
    Viele Grüße
    Norman

  16. Hallo Uwe,

    ein sehr wichtiges Thema das niemals in Vergessenheit geraten darf. Empfehlen würde ich dir „Hugo. Der unwerte Schatz:Erzählung einer Kindheit“ von Tino Hemmann, in dem Buch geht es um jene Menschen die als lebensunwert abgestempelt waren. Hat mich sehr erschüttert
    Grüße
    Kerstin

    • Hallo Kerstin,

      danke für die Empfehlung, die nach sehr harter Leküre klingt – aber deshalb umso wichtiger ist.
      Grüße
      Uwe

  17. Hallo Uwe,
    eine sehr interessante Liste. Mir fällt noch Viktor Frankl – Trotzdem ja zum Leben sagen dazu ein. Das ist allerdings kein Roman.
    Auch mich schockt die heutige Geschichtsverwässerung des Holocaust sehr. In meiner Schulzeit hörte Geschichte vor dem ersten Weltkrieg auf. Dem KZ wurde eine einzige Schulstunde gewidmet, ohne Zusammenhang und Hintergründe. Ich weiß noch heute, wie unser Geschichtslehrer um Fassung ringen musste. Erst die Filme und die Fernsehserie Holocaust brachten das Thema ins öffentliche Bewusstsein zurück.
    Viele Grüße,
    Anette

    • Hallo Anette,
      in der zehnten Klasse waren wir auf Klassenfahrt in München und haben auch das KZ Dachau besucht. Hier gab es eine große Wandkarte, in der all die weitverzweigten Außenstellen aufgeführt waren, von wo aus regelmäßig Menschen nach Dachau deportiert wurden. Ich kann mich erinnern, wie wir Schüler fassungslos den Namen unserer Kleinstadt am Bodensee dort gelistet fanden – in der Schule oder in der Kommunalpolitik wurde das damals niemals kommuniziert. Das war etwa 1985 und es war typisch für jene Zeit.
      Viele Grüße
      Uwe

  18. Für mich würde unbedingt dazugehören (obwohl mir beim Lesen nicht nur einmal sehr übel wurde):
    Die Wohlgesinnten. Von Jonathan Littell
    Gruß von Sonja

  19. Aharon Appelfeld, „Auf der Lichtung“ –> aus der Perspektive jüdischer Partisanen.
    Von Kertész könnte man noch „Der Spurensucher“ hinzunehmen, das den Blick auf das Erinnern lenkt. Habe hier darüber (und über das Erzählen des „Unerzählbaren“ allgemeiner) geschrieben: https://diekolumnisten.de/2016/04/17/von-kertesz-kafka-und-musik/
    Auch der Schlussteil von 2666 könnte interessant sein, für eine eher seltene Perspektive aus Lateinamerika.

  20. Hallo Uwe,
    interessantes Projekt. Es gibt so viele Bücher, die dieses Thema auf die eine oder andere Art verarbeiten.
    Mein Tipp wäre Monster von Yishai Sarid gewesen, doch da bist du von alleine drauf gekommen. Es zeigt eine für mich andere Sichtweise auf das Unerzählbare. Aus heutigem, israelischen Blickwinkel.
    Ich freue mich darauf, von den Fortschritten deines Projektes zu lesen.
    Grüße
    Silvia

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: