Maigret und die Schnapszahl

Georges Simenon: Die Maigret-Romane

Georges Simenon hat am 13. Februar Geburtstag. Ich auch. Er wäre dieses 111 Jahre alt geworden. Ich nicht, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich  noch nie einen seiner Maigret-Romane gelesen. 111 Jahre, eine Schnapszahl und ein schöner Anlass, sich von seinen Geburtstagsgästen einzelne Bände aus der Maigret-Gesamtausgabe schenken zu lassen. Da sind einige zusammengekommen. „Maigret und die Schnapszahl“ weiterlesen

Ein Rechtsanwalt in rauen Zeiten

Christopher J. Sansom: Die Matthew-Shardlake-Romane

Manchmal lese ich gerne historische Romane. Leider ist dies jedoch ein Genre, in dem es zu viele Bücher gibt, die besser nie geschrieben worden wären, weshalb ich für eine gute Empfehlung immer dankbar bin. In diesem Fall wurde ich in einer der Buchhandlungen meines Vertrauens auf eine großartige Buchreihe aufmerksam gemacht: Christopher J. Sansom hat mit seinen Matthew-Shardlake-Romanen das England zur Zeit Heinrichs VIII. wiederauferstehen lassen. „Ein Rechtsanwalt in rauen Zeiten“ weiterlesen

Gangster mit Stil

Dennis Lehane: In der Nacht

»Das Buch mit dem Hut.« So beschreibt der Buchhändler Il_Libraio auf Twitter den Roman »In der Nacht« von Dennis Lehane. Es war in der Tat der Hut auf dem Buchcover, der mich das Buch kaufen ließ. Er rief sofort Bilder wach, die zu meiner visuellen Grundausstattung gehören. Durch Filme wie »Es war einmal in Amerika«, »Untouchables«, »Road to Perdition«, »Last Man standing« oder »Lawless« hat sich ein bestimmter Stil im Hinterkopf etabliert, der sofort Assoziationen weckt an die Zeit der Prohibition in Amerika, an den Alkoholschmuggel. An Gangster mit Maschinenpistolen, aber immer in stilvoller Kleidung. „Gangster mit Stil“ weiterlesen

Süchtig nach einem Süchtigen

Jo Nesbø: Die Harry-Hole-Romane

Angefangen hat alles auf der Frankfurter Buchmesse 2010. Genauer gesagt am Stand des Ullstein Verlags. Dort traf ich einen Verlagsmitarbeiter, mit dem ich zusammen studiert habe. Wir plaudern immer, wenn wir uns auf einer der beiden Buchmessen treffen. Dieses Mal drückte er mir mit der Bemerkung, ich würde doch Krimis mögen, zwei Bücher in die Hand. Wenn ich Bücher geschenkt bekomme, sage ich selbstverständlich nie Nein und so freute ich mich über »Der Erlöser« und »Der Schneemann«, beide von Jo Nesbø. Am nächsten Tag fuhr ich nach Hause, die Bücher im Gepäck. „Süchtig nach einem Süchtigen“ weiterlesen

Könige der Lässigkeit

Don Winslow: Kings of Cool

Dieses Buch ist, naja, einfach cool. Ich weiß, das war jetzt ein etwas schwacher Einstieg, aber es handelt sich dabei um ein Buch, das man schon als Gegenstand einfach haben muss. »Kings of Cool« von Don Winslow ist wunderschön gestaltet: Ganz in schwarz, sogar der Buchblock ist ringsum eingefärbt, ein Einband in Samtanmutung mit plakativ eingeprägter weißer Schrift. Ein großes Kompliment an die Herstellungsabteilung des Suhrkamp-Verlags. „Könige der Lässigkeit“ weiterlesen

Stalins spanisches Gold

Leif Davidsen: Die Wahrheit stirbt zuletzt

Ein Mann ist auf der Suche nach seinem jüngeren Bruder, der irgendwo in Spanien unterwegs ist, wo genau weiß er nicht. Er gibt sich als Journalist aus, verliebt sich in eine russische Photographin und kommt per Zufall auf die Spur eines verschwundenen Goldschatzes. Klingt nach einer banalen Handlung, zudem ist das Buchcover nicht besonders ansprechend gestaltet und der Titel »Die Wahrheit stirbt zuletzt« des Romans von Leif Davidsen etwas aussagelos. Aber hinter all dem verbirgt sich eine großartige und lesenswerte Geschichte. „Stalins spanisches Gold“ weiterlesen

Im Reich der Finsternis

Robert Harris: Vaterland

Das Buch »Vaterland« von Robert Harris ist mir während meiner Buchhändlerlehre in den Neunzigern in die Hände gefallen und es hat mich bis heute nicht losgelassen. Es fängt an wie ein Krimi-Klischee: An einem trostlosen, verregneten Morgen wird die Leiche eines älteren Mannes in der Berliner Havel gefunden. Der Kripo-Ermittler Xaver März – was für ein Name! – untersucht den Tatort. März scheint wie aus einem Noir-Krimi entsprungen, desillusioniert, geschieden, zynisch, die Whiskyflasche im Schreibtisch, eine gescheiterte Existenz. „Im Reich der Finsternis“ weiterlesen

Berliner Luft

Gereon Rath Krimireihe

Ich lese gerne Krimis. Das ist ein Genre, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Der Markt ist voll mit platten Thrillern, aufgepeppt mit Blut, Brutalität und unglaubwürdiger Action. Aber in dem ganzen Altpapier-Dschungel gibt es auch immer wieder fantastische Entdeckungen, manchmal sogar ganze Goldminen an spannender Literatur. Wie etwa die Krimiserie rund um den Ermittler Gereon Rath von Volker Kutscher. „Berliner Luft“ weiterlesen

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