In die Falle gegangen? Ein Textbaustein*, mitwachsend

Franz Kafka: Kleine Fabel

„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so  breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

Schon wieder Kafka. Das ist kein Wunder, begleiten mich seine Texte schon seit vielen Jahren. Auch wenn ich seit meiner Kafka-extrem-Woche in Prag nichts mehr von ihm gelesen habe, an diesen Text hier, die „Kleine Fabel“, muss ich oft denken. „In die Falle gegangen? Ein Textbaustein*, mitwachsend“ weiterlesen

Zeitlos schön: Ein Textbaustein* des Dorian Gray

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Manchmal erkennt man die Schönheit einer Textstelle in einem Buch nicht gleich auf den ersten Blick. Vielleicht hat man zu schnell gelesen, vielleicht ist sie im Zusammenhang der Handlung nicht sofort aufgefallen und man bemerkt ihre Eleganz erst, wenn sie alleine steht. So ging es mir mit einem kurzen Abschnitt aus „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Klar, das Buch kannte ich, fand es ganz gut und das war es dann. Dachte ich. „Zeitlos schön: Ein Textbaustein* des Dorian Gray“ weiterlesen

Venezianischer Textbaustein*

Fruttero und Lucentini: Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz

Das hier ist meine Lieblingsstelle in dem wunderbaren, großartigen Buch „Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz“ des italienischen Autorenduos Fruttero & Lucentini. In dem Roman geht es um das Thema Unsterblichkeit, so wie in dem schon vorgestellten „Alle Menschen sind sterblich“. Auch hier steht ein auf ewig Reisender im Mittelpunkt der Geschichte, die in Venedig spielt. Die zitierte Stelle lese ich mir manchmal laut vor – einfach weil mir die Sprache so gut gefällt. Und bekomme jedes Mal eine Gänsehaut. „Venezianischer Textbaustein*“ weiterlesen

Positiv denken mit Franz Kafka*

Franz Kafka: Saemtliche Erzaehlungen

Es gibt Momente im Leben, die sind von solch unglaublich kristallener Klarheit, als wäre gerade ein Vorhang weggezogen worden, der die Gedanken blockiert hatte. Solche Schlüsselmomente sind selten, daher bleiben sie meist sehr lange in Erinnerung. Als ich im Frühjahr 1991 lesend im Kaffeehaus  saß, habe ich einen solchen erlebt. „Positiv denken mit Franz Kafka*“ weiterlesen