Wer war T. C. Elimane? Eine Spurensuche

Es geht in diesem Blogbeitrag um den Roman »Die geheimste Erinnerung der Menschen« von Mohamed Mbougar Sarr. Aber es handelt sich diesmal nicht um eine Buchbesprechung, sondern vielmehr um einen Teil einer labyrinthischen Spurensuche, die quer durchs Netz führen wird, von Literaturblog zu Literaturblog. Ausrichter dieser Jagd nach Hinweisen ist der Hanser Verlag und ich freue mich, dabei mitzuwirken. Und wenn alle Spuren gefunden sind, die in den unterschiedlichsten Literaturblogs gelegt wurden, gibt es auch etwas zu gewinnen! Mehr Informationen dazu stehen im Text und allen Teilnehmenden wünsche ich viel Glück und gutes Gelingen. Die erste Spur finden Sie, findet Ihr hier.

Inhalt der ersten Spur:

»In der Anthologie stieß ich unter den Klassikern der Schwarzen Literatur, zwischen Tchichellé Tchivéla und Tchicaya Tam’si, zum ersten Mal auf den mir unbekannten Namen T. C. Elimane. Der ihm gewidmete Beitrag war so einzigartig, dass ich bei der Lektüre verweilte. Darin heißt es (ich habe das Lehrbuch behalten): T. C. Elimane wurde im Senegal geboren. Er erhielt ein Stipendium, ging nach Paris und veröffentlichte dort 1938 ein Buch, dem das Schicksal einer tragischen Einzigartigkeit beschieden war: Das Labyrinth des Unmenschlichen.«

(Zitat aus: Mohamed Mbougar Sarr, Die geheimste Erinnerung der Menschen, Hanser 2022, S. 17.)

Was passiert hier?

Als dem jungen Senegalesen Diégane in Paris ein verschollen geglaubtes Skandalbuch in die Hände fällt, begibt er sich auf die Spur des rätselhaften Verfassers T. C. Elimane. Wer war dieser Mann? Ein vollkommener Schriftsteller? Ein genialer Betrüger? Ein übernatürlich begabter Mörder?

Wie Diégane, der sich in Mohamed Mbougar Sarrs Roman »Die geheimste Erinnerung der Menschen« (übersetzt von Holger Fock und Sabine Müller und gerade bei Hanser erschienen) bei der Suche nach dem mysteriösen Verfasser T. C. Elimane auf eine labyrinthische, drei Kontinente umspannende Reise begibt, sind auch Sie, seid Ihr eingeladen, auf Spurensuche zu gehen.

»Wer war T. C. Elimane?« – So funktioniert die digitale Spurensuche

Vom 24. November bis zum 8. Dezember 2022 sind insgesamt sieben Hinweise im Internet zu finden. Dieser hier, beim Kaffeehaussitzer, ist Spur Nr. 1. Eine Spur verweist auf die nächste, der Link zur nächsten Spur steht am Ende des Beitrags.

Die Aufgabe: Spurenorte finden, sammeln & merken (alle Hinweise werden bis zum Ende der Aktion am jeweiligen Ort online sein).

Auf der Gewinnspielseite des Hanser Verlags die sieben Fragen beantworten, Teilnahmeformular abschicken, Daumen drücken.

Das gibt es zu gewinnen:

1. Preis: Eine Reise für zwei Personen nach München, wo Mohamed Mbougar Sarr im Rahmen seiner Lesereise am 8. Februar 2023 Station machen wird.

2. bis 5. Preis: Je ein vom Autor signiertes Exemplar von »Die geheimste Erinnerung der Menschen« mit persönlicher Widmung.

Mehr dazu auf der Gewinnspielseite des Hanser Verlags.

Veranstalter des Gewinnspiels ist der Carl Hanser Verlag. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise gibt es hier.

Die nächste Spur

Den nächsten Hinweis gibt es im Literaturblog Poesierausch 

 

Murakami, zweiter Versuch

Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Es ist schon einige Jahre her, dass ich mein erstes Buch von Haruki Murakami gelesen habe. Es war »Wilde Schafsjagd«, ich habe mich bis zur letzten Seite durchgequält und fand es furchtbar. Abgehakt, dachte ich lange Zeit. Allerdings ist der Name des Autors so präsent, dass man immer wieder auf ihn stößt. Und durch das Bloggen über Literatur kenne ich etliche Menschen, deren Buchempfehlungen ich sehr schätze und die jedem neuen Murakami-Roman begeistert entgegenfiebern. Irgendetwas scheine ich überlesen zu haben, irgendetwas, das es doch noch zu entdecken gibt – diese Gedanken waren der Auslöser für den zweiten Versuch, den ich letzten Herbst mit »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« startete. Denn, so versicherten mir mehrere Murakami-Fans, dieser Roman sei einer der am leichtesten zugängliche und ein guter Einstieg. 

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich gehöre immer noch nicht zur Murakami-Fangemeinde. Doch die Lektüre von »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« war ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. „Murakami, zweiter Versuch“ weiterlesen

Verwehte Spuren

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste

»Verzeichnis einiger Verluste« von Judith Schalansky ist eines jener raren Bücher, bei denen man schon beim ersten Aufschlagen merkt, dass man etwas ganz Besonderes in den Händen hält. Das geschieht nicht oft, aber bei diesem Buch, nein, Gesamtkunstwerk war dieses Gefühl sofort da.

Schon der Geruch. Jede Lektüre beginnt mit einem tiefen Einatmen des Buchgeruchs, dieser wunderbaren Mischung aus Papier, Druckerschwärze und Leim, besser als jedes Parfum dieser Welt. Bücher riechen unterschiedlich und das »Verzeichnis einiger Verluste« duftete phänomenal – ich saß mit begeistertem Gesichtsausdruck in der Straßenbahn und erntete einen wissenden Blick von gegenüber. Nach den ersten Seiten beschloss ich, dieses Buch nicht in der Bahn zu lesen, es nicht der Hektik des Arbeitswegs auszusetzen; schon die zweiseitige Vorbemerkung lässt den Leser so tief in das Thema eintauchen, dass es schade um jede Störung von außen ist. „Verwehte Spuren“ weiterlesen

Ein Blues-Song als Botschaft

Hari Kunzru: White Tears

Der Roman »White Tears« von Hari Kunzru ist für mich eines der bemerkenswertesten, spannendsten und vielschichtigsten Bücher des Jahres. Im September hatte ich außerdem das große Vergnügen, den charismatischen Autor im Kölner Literaturhaus live zu erleben. Es war ein gelungener Abend und seine Erläuterungen haben noch einmal die zentralen Aussagen der Erzählung unterstrichen.

Worum geht es? Auf den ersten Blick um die Geschichte der beiden Freunde Seth und Carter, die in New York ein Tonstudio betreiben. Auf den zweiten Blick aber um viel, viel mehr. Aber der Reihe nach. „Ein Blues-Song als Botschaft“ weiterlesen

Europas offene Wunde

Zwei Bücher: Yuri Dojc und Katya Krausova, Last Folio und Alter Kacyzne, Poyln

Gerne wird momentan von der abendländischen Kultur Europas geredet, um unsere Identität gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen abzugrenzen. Und gerne wird dabei auf den christlich-jüdischen Hintergrund unserer kulturellen Entwicklung hingewiesen. Dabei drücken diese Wörter eine Symbiose aus, die es so nie gab; die vor dem Hintergrund eines jahrtausendealten europäischen Antisemitismus wie blanker Hohn wirkt. Es ist eher so, dass in Europa trotz aller Anfeindungen und Verfolgungen eine lebendige jüdische Kultur existierte, die erst durch den industrialisierten Massenmord des Holocaust so dezimiert wurde, dass sie heute nur noch vage wahrnehmbar und in vielen Gegenden – insbesondere Osteuropas – vollkommen verschwunden ist. Zwei Bücher möchte ich hier vorstellen, eines, das auf eindrucksvoll photographierte Art und Weise letzte Spuren dieser Welt zeigt, Zeugnisse des Verfalls und des endgültigen Verschwindens. Und eines, das uns an jene verschwundene Welt in seltenen Photographien erinnert. „Europas offene Wunde“ weiterlesen

Spurensuche im Graphischen Viertel

Durch das Graphische Viertel: Der Leipziger Gutenbergweg

Man stelle sich eine Stadt vor. Eine Stadt mit weit über 700.000 Einwohnern. Eine Stadt, in der Kultur, Handel und Industrie in einer perfekten Symbiose existieren. Eine Stadt mit mehr als 800 Buchhandlungen, Verlagen und Druckereien. Eine Stadt als Zentrum der Medienproduktion schlechthin. Eine Buchstadt. Wohlhabend. Lebendig. Innovativ. Verschwunden im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs. Geblieben ist ein Mythos. „Spurensuche im Graphischen Viertel“ weiterlesen

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