Als im Sommer 2013 Edward Snowden mit Unterstützung des Journalisten Glenn Greenwald das Ausmaß der globalen NSA-Spitzelaktivitäten offenlegte, ging ein Ruf der Entrüstung um die Welt. Knapp ein Jahr später veröffentlichte Greenwald das Buch »Die globale Überwachung«, in dem er die Strukturen und den gigantischen Umfang der geheimdienstlichen Datensammlungen ausführlich darstellte. Ich hatte mir das Buch damals gleich gekauft, bin aber erst jetzt dazu gekommen, es zu Ende zu lesen. Ein lehrreicher zeitlicher Abstand, denn was hat sich seitdem getan, insbesondere in unserem Land? Nichts. Durch das einer Demokratie unwürdige, soeben verabschiedete Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wurde sogar von unserer eigenen Regierung noch einmal nachgelegt. Von daher ist es ein guter Zeitpunkt, Greenwalds Buch hier und jetzt vorzustellen. „Stasi reloaded“ weiterlesen
Die Buchpreisblogger
Der Deutsche Buchpreis 2015
Seit elf Jahren gibt es den Deutschen Buchpreis, der jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Ausrichter ist die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung, Förderer und Partner sind die Deutsche Bank Stiftung, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Eine hochoffizielle Angelegenheit also. Und einer der bedeutensten Literaturpreise in Deutschland. Zudem eine perfekte Öffentlichkeitsarbeit für das Lesen, die Buchkultur und die Literatur; die interessierten Leser finden jedes Jahr spannende und interessante Titel auf den Listen, die zur Preisvergabe führen. „Die Buchpreisblogger“ weiterlesen
Ein Textbaustein*, hochprozentig
Es ist Sonntag und ich habe Kopfweh. Nicht irgendein Kopfweh, eher so ein dumpfes Dröhnen. Dabei sollten einem mit sechsachtundvierzig die Folgen eines schönen Abends doch eigentlich klar sein. Aber das ist natürlich nicht so, warum auch.
Frank Goosen hat das mit einem formidablen Text so wundervoll auf den Punkt gebracht, dass ich ihn hier unbedingt noch einmal wiedergeben muss. Noch einmal, weil ich das Buch »So viel Zeit« bereits im Juni 2013 hier vorgestellt und dabei ebenfalls diesen Text zitiert habe. Weil er mir einfach so gut gefällt. „Ein Textbaustein*, hochprozentig“ weiterlesen
Nachbuchmesseblues
Seit 1998 war ich jedes Jahr – mit nur einer Ausnahme – auf der Leipziger Buchmesse. Mal während des Studiums als Standbetreuer, mal beruflich, mal privat, aber immer sind die paar Tage im März ein Highlight im Jahresablauf. So gepackt voll mit persönlichen Begegnungen waren sie aber selten und ich führte eine Menge interessanter und anregender Gespräche; so viele, dass man sich an das Ankommen im Alltag erst wieder gewöhnen muss. Ein richtiger Nachmesseblues eben.
Seit Kaffeehaussitzer im Juni 2013 online gegangen ist, bin ich im regen Austausch mit anderen Literaturbloggern. Es ist ein sehr angenehmes Netzwerk Gleichgesinnter, dass da entstanden ist, die Kommunikation findet über Twitter, Facebook und unsere Blogs statt. Nur gesehen hatte ich von all diesen Menschen im realen Leben noch nie jemanden. Nun, dies hat sich jetzt geändert. Und wie. „Nachbuchmesseblues“ weiterlesen
Ein jüdisches Familientreffen. Unerwartet
Die Leipziger Buchmesse steht vor der Türe. Wie jedes Jahr freue ich mich auch dieses Mal wieder auf das Treffen mit Freunden und alten Bekannten, auf das Kennenlernen neuer Menschen und auf unerwartete Begegnungen. Unerwartet, wie bei der letztjährigen Messe. Denn man macht in seinem Leben oft die Bekanntschaft völlig unterschiedlicher Personen, die aber doch in irgendeinem Zusammenhang miteinander stehen. Letztes Jahr bin ich durch die Leipziger Buchmesse drei jüdischen Familien begegnet. An drei aufeinanderfolgenden Tagen. Völlig unterschiedlich und vor allem komplett unerwartet. „Ein jüdisches Familientreffen. Unerwartet“ weiterlesen
Buchhändlers Traum

Irgendwie kennt das jeder von uns: Man sitzt mit ein paar Freunden zusammen, bei dem ein oder anderen Glas Wein oder Bier werden visionäre Geschäftsideen konzipiert oder es wird über mögliche Lebensentwürfe phantasiert. Und am nächsten Tag geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Nicht so bei Petra und Oliver Hartlieb. In Hamburg wohnend waren sie bei Freunden in Wien zu Besuch, das Gespräch kam auf eine alteingesessene Wiener Stadtteilbuchhandlung, die wegen Insolvenz schließen musste. Man spann seine Gedanken weiter, erkundigte sich im Zuge dieser Spinnerei formlos nach dem Status der Buchhandlung und gab als eher halb ernstgemeinte Idee ein Gebot beim Insolvenzverwalter ab. Wenige Wochen später hatten die Hartliebs aus Hamburg eine Wiener Buchhandlung gekauft. Quasi versehentlich. Und Petra Hartlieb schreibt in ihrem Buch »Meine wundervolle Buchhandlung« darüber, wie alles kam. Wie alles wurde. Und wie alles ist. „Buchhändlers Traum“ weiterlesen
Die Gretchenfrage nach der Axt
Was ist große Literatur? So, jetzt erst einmal durchatmen bei dieser Frage, bevor ich versuche, eine persönliche Antwort darauf zu finden. Zustande gekommen ist die knifflige Herausforderung durch eine Twitter-Unterhaltung. Verschiedene Buchblogger tauschten sich über Dave Eggers »Der Circle« aus. Norman Weiß von notizhefte zitierte für Andrea Breuer von danares.mag einen Verriss des Buches, worauf Sophie Weigand von Literaturen entgegnete, dass ihr das Buch sehr gut gefallen habe. Ich klinkte mich in das Gespräch ein:
Das erste Jahr
Am 15. Juni 2013 habe ich unter dem Titel Ex Libris den ersten Blogbeitrag auf Kaffeehaussitzer.de online gestellt. Die Idee, unter die Buchblogger zu gehen, schlummerte schon länger in mir, aber letztes Jahr gab ich mir endlich einen Ruck, frickelte mich durch WordPress-Literatur, machte mir Gedanken über Aufbau und Gestaltung, suchte und fand ein passendes Theme und dann war es soweit. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen über Bücher plaudern, oder, wie ich damals schrieb: »Ich stelle in meinem Blog Bücher und Texte vor, die ich gerne gelesen habe. Die mich begeistert, inspiriert, bewegt, fasziniert oder nachdenklich gemacht haben. Die mir etwas bedeuten.« „Das erste Jahr“ weiterlesen
Mahlzeit!
»Gestern Pirat, heute privat.« An diesen Satz denke ich oft, wenn ich vor meiner Kochbuchsammlung stehe. Er gibt sehr anschaulich wieder, wie sich das Leben etwa ab 35 zu verändern beginnt, langsam aber sicher. Mein erstes Kochbuch war »Kochen für Freunde« von Jamie Oliver und es war ein Geschenk zum 30. Geburtstag. Bekommen habe ich es ausgerechnet von einem meiner besten Freunde, den ich schon seit der Grundschule kenne, mit dem dem ich unzählige lustige und völlig chaotische Geschichten erlebt habe. Mit dem ich in den Urlaub getrampt bin, Bier aus Dosen trinkend vor dem Zelt saß, Nächte durchgefeiert habe. Viel Spaß und wenig Sorgen hatte, durchs Leben treibend, ziellos, orientierungslos, aber meistens gut gelaunt. Und er schenkt mir also vor etlichen Jahren dieses Kochbuch. „Mahlzeit!“ weiterlesen
Darf man Bücher wegschmeißen?

Bücher in den Müll? Eine polarisierende Frage, hier gehen die Meinungen auseinander. Neulich saß ich in einem Café und bekam eine Unterhaltung am Nachbartisch zu genau diesem Thema mit. Einer der beiden Gesprächspartner meinte, dass er niemals auch nur ein Buch ins Altpapier geben würde, das käme schon beinahe einer Todsünde gleich. Ist das so? Das finde ich nicht, im Gegenteil, ich habe schon ziemlich viele Bücher weggeworfen. Und ich habe kein einziges davon vermisst. „Darf man Bücher wegschmeißen?“ weiterlesen








