Wenn man sich für Bücher und Literatur begeistert, in einem Blog darüber schreibt und gleichzeitig in der Verlagsbranche arbeitet, dann kann es vorkommen, dass sich manchmal Privates und Berufliches miteinander vermischen. Und dann besucht man an einem frühsommerlichen Tag im Mai einen ganz besonderen, zauberhaften Ort, ist umgeben von buchaffinen Menschen und taucht mit allen Sinnen tief ein in die Vergangenheit. Der Ort, das ist die Pfaueninsel bei Berlin. Und auf die Reise weit zurück in die Geschichte schickte uns das Buch »Träume aus Feuer« von Florian Illies. Aber der Reihe nach.
Die Pfaueninsel liegt in der Havel, die zwischen Berlin und Potsdam eher wie ein großer See wirkt. Etwa eineinhalb Kilometer ist sie lang und wie aus der Zeit gefallen, eine grüne Idylle, verwunschen, friedlich und trotz der Nähe zu Berlin vollkommen abgelegen – bis heute ist die Insel nur per Schiff zu erreichen. Per Fußgängerfähre, um genau zu sein; sechs Euro hin und zurück, um 18 Uhr fährt sie zum letzten Mal ans Festland. Danach gehört die Insel den Pfauen, die sie bevölkern und die Handvoll Menschen, die als Verwalter und Gärtner permanent auf dem Eiland leben, würdevoll bei sich dulden. Vom Ende des 18. Jahrhunderts an war die Pfaueninsel ein Rückzugsort für Mitglieder des preußischen Königshauses; das kleine Schloss, ein paar verstreut gelegene Gebäude im Stil des Klassizismus, der Rosengarten des berühmten Gartengestalters Peter Joseph Lenné und zahlreiche durch den Wald geschlagene Sichtachsen zeugen noch heute davon. Eine Insel als preußisches Arkadien, ein Refugium fernab von den Mühen der Welt – diese Anmutung hat sich bis in unsere Gegenwart erhalten. „Das rote Glas der Pfaueninsel“ weiterlesen




