Buchblog-Award, Buchmesse und Adrenalinrausch

So. Jetzt muss ich das endlich mal aufschreiben, damit ich es schwarz auf weiß lesen kann: Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 wurde der Kaffeehaussitzer mit dem Hauptpreis des 1. Buchblog-Awards ausgezeichnet.

Ich bin immer noch überwältigt. Da fängt man aus einer Laune heraus an, einen Literaturblog zu betreiben, erschafft sich mit Hilfe der sechsundzwanzig Buchstaben des Alphabets ein virtuelles Zuhause – und steht viereinhalb Jahre später auf einer Tribüne vor hunderten von applaudierenden Menschen, um einen Preis für den besten deutschsprachigen Buchblog entgegenzunehmen. Ich habe den Rest des Tages im Adrenalinrausch verbracht, bin spätabends zurück nach Köln gefahren und war am nächsten Morgen schon wieder wach, als es noch dunkel war. Den Tag habe ich mit einem langen Spaziergang am Rhein verbracht, bin später durch verschiedene Buchhandlungen gebummelt und anschließend in einem meiner Kölner Lieblingscafés gelandet. Klar, wo sonst? „Buchblog-Award, Buchmesse und Adrenalinrausch“ weiterlesen

Blogs als Literaturvermittler? Dreimal Treibgut

Treibgut: Literaturblogs als Literaturvermittler?

Das Internet wirkt manchmal wie ein riesiger Fluss, der ununterbrochen vorüberströmt. Ein Fluss aus unzähligen Beiträgen, Artikeln, Tweets, Posts, Texten aller Art. Vielleicht habe ich dieses Bild deshalb vor Augen, weil ich gerade die Bayou-Trilogie „Im Süden“ gelesen habe; die ersten Krimis von Daniel Woodrell, angesiedelt in einem fiktiven Ort im Mündungsgebiet des Mississippi. Und dieser gewaltige Fluss ist in der Handlung der Romane ständig präsent, Landschaft und Menschen prägend.

Aber heute soll es nicht um ein bestimmtes Buch gehen, sondern um das Treibgut, das einem der virtuelle Strom Internet ab und zu vor die Füße spült. Denn in den letzten Wochen waren es drei Textstücke, die kurz hintereinander bei mir landeten und in ihren gegenteiligen Aussagen so schön zueinander passten, dass ich sie hier miteinander verknüpfen möchte. „Blogs als Literaturvermittler? Dreimal Treibgut“ weiterlesen

Ein virtuelles Zuhause

Der Kaffeehaussitzer ist vier Jahre alt geworden. Kurz hatte ich überlegt, dies gar nicht groß zu thematisieren, da der Blog inzwischen solch ein selbstverständlicher Teil meines Lebens geworden ist. Aber gerade, dass dem so ist, erstaunt mich dann doch immer wieder aufs Neue. Als am 16. Juni 2013 der erste Beitrag online ging, hätte ich niemals geahnt, was für eine Bedeutung für mich das Bloggen einmal haben würde. Durch diese vier Jahre ist das Netz zu einer virtuellen Heimat und ist der Kaffeehaussitzer ein virtuelles Zuhause geworden. Und zwar eine Heimat, die ich mit vielen anderen literaturbegeisterten Menschen teile. „Ein virtuelles Zuhause“ weiterlesen

Drei Jahre Kaffeehaussitzer

Drei Jahre Kaffeehaussitzer

Vor genau drei Jahren, am 16. Juni 2013, ging der erste Blogbeitrag auf Kaffeehaussitzer online. Damals war mir ganz und gar nicht klar, was für eine spannende Reise damit beginnen sollte. Von Literaturblogs hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt kaum gehört, hatte irgendwann einmal den Domainnamen Kaffeehaussitzer gesichert und dann die diffuse Idee, diesen Namen zu nutzen, um über Bücher zu reden. Genau das machte mir schon immer Spaß, ob als Buchhändler oder in einer Runde mit anderen literaturbegeisterten Menschen. Es folgten irgendwann die ersten vorsichtigen Gehversuche auf Facebook. Recht spät, denn das Netz und ich – das war die Geschichte einer langsamen Annäherung und die sozialen Plattformen habe ich erst nach und nach für mich entdeckt.

Lange Rede kurzer Sinn: Dann ging es los mit dem Kaffeehaussitzer und ich stellte mit Erstaunen und Begeisterung fest, wie viele Gleichgesinnte, in ihren Lesevorlieben aber auch so unterschiedliche Menschen sich in der Literatur-Blogosphäre tummeln. Und bin dankbar dafür, wie viele von ihnen ich bis heute persönlich kennenlernen durfte – ob im realen Leben oder virtuell. Was als vages Blog-Projekt begann, ist inzwischen zu meiner virtuellen Identität geworden, die nicht im Gegensatz zum echten Leben steht, sondern ein bedeutender Teil davon ist. „Drei Jahre Kaffeehaussitzer“ weiterlesen

Druckerschwärze und Digitalverlage

Leipzig: Museum fuer Druckkunst

Vier Jahre lang, von 1997 bis 2001, habe ich in Leipzig gelebt. Und obwohl diese Zeit inszwischen schon eine ganze Weile her ist, obwohl sich die Stadt seitdem sehr verändert hat, fühlt es sich auch heute jedes Mal wie Heimkommen an, wenn ich im riesigen Leipziger Hauptbahnhof aus dem Zug steige. Wie immer im März voller Vorfreude auf die trubeligen Tage der Buchmesse. „Manchmal gibt es so Orte, an denen alles irgendwie zusammenläuft. Für mich gehört Leipzig definitiv dazu. Immer wieder.“ Das hatte ich vor einem Jahr in einem Buchmessebericht geschrieben, und auch dieses Jahr verknüpften sich die Eindrücke zu einem inspirierenden und bereichernden Erlebnis.

Das wird jetzt aber trotzdem kein Messerückblick, denn da gibt es bereits die lesenswerten Texte auf lustauflesen.de, glasperlenspiel13 oder buchrevier. Bei vielen der von meinen geschätzten Bloggerkollegen geschilderten Begebenheiten war ich mit dabei, so dass ich sie hier nicht ein weiteres Mal beschreiben, sondern stattdessen über eine Art Zeitreise berichten möchte, die ich am Messesamstag erlebt habe. Und die meine Wahrnehmung ein großes Stück verändert hat. „Druckerschwärze und Digitalverlage“ weiterlesen

Nachbuchmesseblues

Leipziger Buchmesse

Seit 1998 war ich jedes Jahr – mit nur einer Ausnahme – auf der Leipziger Buchmesse. Mal während des Studiums als Standbetreuer, mal beruflich, mal privat, aber immer sind die paar Tage im März ein Highlight im Jahresablauf. So gepackt voll mit persönlichen Begegnungen waren sie aber selten und ich führte eine Menge interessanter und anregender Gespräche; so viele, dass man sich an das Ankommen im Alltag erst wieder gewöhnen muss. Ein richtiger Nachmesseblues eben.

Seit Kaffeehaussitzer im Juni 2013 online gegangen ist, bin ich im regen Austausch mit anderen Literaturbloggern. Es ist ein sehr angenehmes Netzwerk Gleichgesinnter, dass da entstanden ist, die Kommunikation findet über Twitter, Facebook und unsere Blogs statt. Nur gesehen hatte ich von all diesen Menschen im realen Leben noch nie jemanden. Nun, dies hat sich jetzt geändert. Und wie. „Nachbuchmesseblues“ weiterlesen