Vaters Land

Pierre Jarawan: Am Ende bleiben die Zedern

Am plötzlichen und spurlosen Verschwinden seines Vaters droht ein Heranwachsender zu zerbrechen. Über zwanzig Jahre später macht er sich auf die Suche nach dem Verschwundenen, um sein zerrüttetes Leben in den Griff zu bekommen. So könnte man das Buch „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan mit ein paar dürren Worten zusammenfassen. Doch das würde diesem Roman mit seiner poetischen Sprache und einer bewegenden und dramatischen Geschichte in keinster Weise gerecht werden. Ganz und gar nicht. „Vaters Land“ weiterlesen

Aus dem Leben gefallen

Cynan Jones: Graben

„Ein leuchtend blaues Licht machte sich nun breit, und sie blieben eine Weile stehen und blickten über das Tal; die seltsamen Wattebäusche der Schafe waren zu erkennen, die weiß getünchten Farmhäuser – mit ihren blinkenden Fenstern wie Quarze im flachen grauen Land. Ein paar Vögel waren schon auf, und ein Schwarm Möwen zog geisterhaft in Richtung Meer, so als würden sie vor der aufgehenden Sonne fliehen. Man konnte das Meer von hier aus nicht sehen, aber spüren“. Ich war noch nie in Wales und ehrlich gesagt musste ich auf der Karte nachschauen, um es ganz exakt zu lokalisieren. Aber es muss eine schöne Gegend sein, zumindest scheint das in Cynan Jones‚ Buch „Graben“ immer wieder durch. Ansonsten bleibt in dem Roman nicht viel Platz für Schönes, die 175 Seiten haben es in sich. Denn Jones erzählt in einer großartigen Sprache eine raue, archaische und brutale Geschichte. „Aus dem Leben gefallen“ weiterlesen

Showdown mit Bergblick

Jochen Rausch: Krieg

„Arnold schiebt die Tür hinter den Männern zu und begreift in dem Augenblick, dass aus seinem Leben, das manchmal glücklich und meistens normal war, soeben ein unbeschreibliches, sinnloses Nichts geworden ist.“ Ein harter Satz, der unter die Haut geht. Er stammt aus dem Buch „Krieg“ von Jochen Rausch, das mir letzte Woche zufällig in die Hände gefallen ist. „Showdown mit Bergblick“ weiterlesen