Die Bücher meines Lebens

Die Buecher meines Lebens

Es gibt manchmal Tage, an denen man zurückschaut auf die Jahre und Jahrzehnte, die hinter einem liegen und sich verwundert die Augen reibt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Der fünfzigste Geburtstag ist bei mir ein solcher Tag und ich bin froh, ihn zwar mit der ein oder anderen Narbe, aber ohne größere Blessuren erreicht zu haben. Denn das ist ganz und gar nicht selbstverständlich.

Ein Rückblick also. Und natürlich ein Rückblick, der sich mit Büchern beschäftigt. Der Beitragstitel kündigt es an, es geht um die diejenigen, die in den letzten fünf Jahrzehnten die tiefsten Spuren hinterlassen haben, es geht um die Bücher meines Lebens. Auf fünfzehn Werke bin ich gekommen und sie möchte ich hier nun vorstellen. In chronologischer Reihenfolge. „Die Bücher meines Lebens“ weiterlesen

Ein Jahr am Abgrund

Benedict Wells: Spinner

„Spinner“ ist ein früher Roman von Benedict Wells, den er jetzt, sieben Jahre nach Erscheinen, noch einmal überarbeitet hat. Das machte mich neugierig, denn es kommt selten vor, dass ein heutiger Autor ein Buch noch einmal in einer neuen Version veröffentlicht. Also habe ich es gekauft. Angefangen es zu lesen. Nicht mehr damit aufgehört, bis die letzte Seite umgeblättert war. Es hat mich umgehauen. Dabei ist die Handlung an sich schon beinahe banal: Ein junger Mann irrt durch Berlin auf der Suche nach dem Sinn in seinem Leben. Schon tausend Mal gelesen. Aber niemals so. Denn es waren unzählige Sätze und Gedanken in diesem Buch, die mich auf eine Reise zu einem anderen Ich aus einer längst vergangenen Zeit geschickt haben; eine Zeit, 27 Jahre her, die ich schon beinahe vergessen hatte, die mich aber geprägt hat bis heute. Es wird also gleich mal wieder etwas persönlicher, nur zur Vorwarnung. „Ein Jahr am Abgrund“ weiterlesen

Luft zum Atmen

Benedict Wells: Becks letzter Sommer

Eigentlich ist es mir unerklärlich, dass ich bisher „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells nicht gelesen hatte; ist es doch ein Buch genau nach meinem Geschmack. Denn ich mag diese Geschichten über Typen, die durch ihr Leben stolpern, orientierungslos, hoffnungslos, auf der Suche nach irgendeinem Sinn. Aber irgendwie ging der Roman damals an mir vorbei, vielleicht auch einfach nur deshalb, weil mir das Titelbild auf dem Umschlag nicht gefallen hat. Und da wäre mir beinahe etwas entgangen – wenn nicht Bloggerkollege Sebastian das Buch jetzt vorgestellt hätte. Da ich ihm schon viele gute Lesetipps verdanke, habe ich auch diesmal beherzt zugegriffen. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Nur das Titelbild gefällt mir immer noch nicht. „Luft zum Atmen“ weiterlesen