Als 2016 der Roman »Endgültig« von Andreas Pflüger erschien, entschied sich der Suhrkamp Verlag zum ersten Mal in seiner Verlagsgeschichte, das Wort »Thriller« auf den Umschlag zu drucken. Es folgten die beiden Fortsetzungen »Niemals« und »Geblendet«, danach die Romane »Ritchie Girl« und »Wie Sterben geht«. Und »Kälter«, das neueste Werk, um das es in diesem Blogbeitrag gehen soll. Alle Titel haben etwas gemeinsam. Genau wie auf den Buchcovern angekündigt sind es Thriller. Außerordentlich spannende Thriller. Und jeder von ihnen ist auf seine Weise mehr als ein Thriller. Nämlich Kriminalliteratur vom Allerfeinsten, brillant geschrieben, mit einem perfekt komponierten Spannungsbogen. Und jeder Roman mit einer thematischen Besonderheit. „Nichts ist, wie es scheint“ weiterlesen
Erdöl-Sozialismus
Jeder, der die Ereignisse des 9. November 1989 erlebt hat, erinnert sich an die Rede des SED-Funktionärs Günter Schabowski, in der er für alle Anwesenden vollkommen überraschend die Öffnung der DDR-Grenzen ankündigte. »Das trifft nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich« – dieses Satzfragment brachte ein bereits angeschlagenes Staatsystem vollständig zum Einsturz. Doch was wäre gewesen, wenn Schabowski nicht die Reisefreiheit verkündet hätte, sondern etwas ganz anderes, etwas weitaus Spektakuläreres? Etwa, dass vor der Ostseeküste immense Erdölvorkommen entdeckt worden wären, so groß, dass sie selbst die Vorräte der arabischen Halbinsel überträfen? Und dass die DDR beabsichtige, jetzt in den illustren Kreis der erdölproduzierenden Länder einzutreten und umgehend mit der Föderdung begonnen werden soll. »Das trifft nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich«. Plötzlich ist die DDR das reichste Land der Welt und alles, wirklich alles wäre ganz anders verlaufen. Um dieses Szenario geht es in dem Roman »Schwarzes Gold aus Warnemünde« des Autorenduos Harald Martenstein und Tom Peuckert. „Erdöl-Sozialismus“ weiterlesen


