Bald startet die Bloggerreise nach Zürich, denn der Kaffeehausitzer ist einer der offiziellen Blogger-Kooperationspartner von Zürich liest 2016, dem größten Lesefestival der Schweiz, das dieses Jahr vom 26. bis zum 30. Oktober stattfindet. Ein besonderes Highlight wird die Lesung mit Christian Kracht sein, begleitet mich dieser Autor mit seinem Werk bereits seit vielen Jahren. Allerdings lässt mich sein aktuelles Buch »Die Toten« etwas verwirrt zurück. „Ratlos mit Christian Kracht“ weiterlesen
Das Leben in der Sevilla-Bar
Obwohl ich die Werke des Autors kenne und schätze, hat erst die Besprechung der Klappentexterin dafür gesorgt, dass ich umgehend zu einer der Buchhandlungen meines Vertrauens gegangen bin und mir »Das Leben ist gut« von Alex Capus gekauft habe. Mal kein Buch über Sinnsuche, keines mit dramatischen Wendungen oder komplizierten Beziehungskonstellationen, sondern »Lesen voller Leichtigkeit«, wie Klappentexterin Simone Finkenwirth schreibt. Und trotzdem ein Buch mit Tiefgang. Funktioniert das? In diesem Fall, in diesem Buch ja, auch wenn es nachher noch ein »Aber« geben wird. „Das Leben in der Sevilla-Bar“ weiterlesen
Die lange Nacht der Buchregale
Die Buchbranche ist eine überschaubare Welt und es ist an sich nichts Ungewöhnliches, Personen, Gesichtern oder Namen bei unterschiedlichen Gelegenheiten ein zweites oder drittes Mal zu begegnen. Als ich aber kürzlich Post im Briefkasten hatte, schloss sich der Kreis zu einem Abend, der schon lange zurückliegt, den ich aber noch gut in Erinnerung habe. Es würde mir aber auch schwerfallen, solch einen Abend, solch eine Büchernacht zu vergessen. Doch der Reihe nach. „Die lange Nacht der Buchregale“ weiterlesen
Drei Jahre Kaffeehaussitzer
Vor drei Jahren ging der erste Blogbeitrag auf Kaffeehaussitzer online. Damals war mir ganz und gar nicht klar, was für eine spannende Reise damit beginnen sollte. Von Literaturblogs hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt kaum gehört, hatte irgendwann einmal den Domainnamen Kaffeehaussitzer gesichert und dann die diffuse Idee, diesen Namen zu nutzen, um über Bücher zu reden. Genau das machte mir schon immer Spaß, ob als Buchhändler oder in einer Runde mit anderen literaturbegeisterten Menschen. Es folgten irgendwann die ersten vorsichtigen Gehversuche auf Facebook. Recht spät, denn das Netz und ich – das war die Geschichte einer langsamen Annäherung und die sozialen Plattformen habe ich erst nach und nach für mich entdeckt.
Lange Rede kurzer Sinn: Dann ging es los mit dem Kaffeehaussitzer und ich stellte mit Erstaunen und Begeisterung fest, wie viele Gleichgesinnte, in ihren Lesevorlieben aber auch so unterschiedliche Menschen sich in der Literatur-Blogosphäre tummeln. Und bin dankbar dafür, wie viele von ihnen ich bis heute persönlich kennenlernen durfte – ob im realen Leben oder virtuell. Was als vages Blog-Projekt begann, ist inzwischen zu meiner virtuellen Identität geworden, die nicht im Gegensatz zum echten Leben steht, sondern ein bedeutender Teil davon ist. „Drei Jahre Kaffeehaussitzer“ weiterlesen
Ein Tag bei Suhrkamp
#eintagbeisuhrkamp – so der Hashtag – begann schon am Vorabend. Genauer gesagt, am Abend des 19. Mai 2016 auf dem Platz vor dem Deutschen Theater in Berlin. Von allen Seiten tauchten vertraute Gesichter auf, fünfzehn Literaturblogger hatte der Suhrkamp Verlag nach Berlin geladen. Die meisten davon kannten einander bereits persönlich, es gab Umarmungen zur Begrüßung, Schulterklopfen, Lachen. Dann startete auch gleich das Programm, das Demian Sant’Unione, bei Suhrkamp für Online-Marketing und Bloggerkontakte zuständig, für uns vorbereitet hatte. Mit einem Theaterbesuch. „Ein Tag bei Suhrkamp“ weiterlesen
Warum ich lese

»Es gibt Menschen, für die ist Lesen eine Form des Zeitvertreibs. Für andere ist es ein Lebensinhalt. Zu diesen zähle ich mich auch, Lesen und Bücher sind für mich überlebenswichtig.« Dies sagte ich in einmal in einem Interview, das Karla Paul für ein Buchhandelsmagazin mit mir geführt hatte. Lebensinhalt klingt vielleicht ein wenig pathetisch, beschreibt aber treffend den Stellenwert, den Bücher und Literatur in meinem Leben haben.
Aber warum ist das so?
Die Frage nach dem Warum stellte Sandro Abbate, Betreiber des lesenswerten Literaturblogs novelero. In seinem sehr persönlichen Beitrag Warum ich lese erzählt er, wie und warum er zum Leser wurde und was dies für ihn bedeutet. Direkt nach der Lektüre seines Textes begannen die Gedanken in meinem Kopf sich um diese Frage, diese Aussage zu drehen. Und das ist jetzt dabei herausgekommen. „Warum ich lese“ weiterlesen
Jahr-Bücher
In letzter Zeit tauchen sie vermehrt auf, die Bücher, die lediglich eine Jahreszahl als Titel tragen. Mit welchem hat es angefangen? Bewusst wahrgenommen habe ich es zum ersten Mal bei »1913« von Florian Illies. Seitdem hat es etliche weitere Jahre gegeben, die zum Anlass genommen wurden, sie im Bezug auf den Verlauf der Geschichte darzustellen. Das Konzept finde ich reizvoll, denn es waren tatsächlich immer wieder besonders ereignisreiche Zeiten, die den Lauf der Dinge maßgeblich beeinflusst haben. Berühmte Vertreter sind 1968 oder 1989, keine Frage. Aber darüber hinaus gab und gibt es immer wieder Jahre, in denen sich entscheidende Ereignisse kumulierten oder die einfach repräsentativ für eine ganze Epoche stehen. Momentaufnahmen in Buchform.
Ich habe einmal einen Blick ins heimische Bücherregal geworfen und hier zusammengestellt, welche Jahr-Bücher sich bei mir angesammelt haben; Sachbücher vor allem, aber auch Romane: Eine kleine Rundreise durch die Geschichte. „Jahr-Bücher“ weiterlesen
Der Tote am Strand
Moussa Ould el-Assasse – das ist der Name eines der berühmtesten Toten der Literaturgeschichte. Er ist der am Strand von Algier erschossene Araber in Albert Camus Roman »Der Fremde«. Oder zumindest könnte das sein Name sein, denn bei Camus bleibt der von seinem Protagonisten Meursault Erschossene namenlos. Der algerische Schriftsteller Kamel Daoud hat sich der Geschichte angenommen und stellt sie uns aus arabischer Perspektive dar, weshalb sein Buch den Titel trägt »Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung«. Ein Anspruch, der mich sofort neugierig auf den Roman machte, versprach er doch, mich auf eine Reise in die eigene Erinnerung mitzunehmen. „Der Tote am Strand“ weiterlesen
Schuld und Reue
Als ich das Buch »I Saw a Man« von Owen Sheers fertig gelesen hatte, musste ich erst einmal durchatmen. Dann aber gleich meine Begeisterung auf Twitter zum Ausdruck bringen, indem ich es dort als »absolute Leseempfehlung« anpries. Daraufhin entspann sich eine Twitter-Diskussion, denn Bloggerkollegin Mareike Fallwickl war ganz und gar nicht dieser Meinung, sie fand den Roman »vorhersehbar, langweilig, mit blassen Figuren.« Zwei Leser, zwei Meinungen, und das, wo ich ihre Buchempfehlungen in ihrem Blog Bücherwurmloch sehr schätze. Doch diesmal war es, als hätten wir komplett unterschiedliche Bücher gelesen – Begeisterung hier, vernichtende Kritik dort. Es ging auf Twitter hin und her, andere Leser klinkten sich ein, tendierten mal zur einen, mal zur anderen Seite, fanden das Ende nicht gelungen, aber schließlich waren 140 Zeichen doch zuwenig Platz, um dieses Buch angemessen vorzustellen. Deshalb erzähle ich jetzt hier, warum ich »I Saw a Man« für sehr lesenswert halte. Natürlich ohne zuviel davon zu verraten.
Owen Sheers knüpft in »I Saw a Man« ein Netz aus Tragik, Schuld und Reue, in dem sich seine Protagonisten verfangen; alles ist miteinander verwoben und verbunden, auch wenn sie sich zum Teil nicht kennen. Es ist die alte Frage nach der Ursache, dem Auslöser einer Tragödie, die dann immer weitere Kreise zieht. Ist es Schicksal oder Zufall? Eine Antwort gibt auch das Buch nicht, liefert aber ein eindrucksvolles Beispiel für eine genau solch dramatische Verkettung. „Schuld und Reue“ weiterlesen
Druckerschwärze und Digitalverlage
Vier Jahre lang, von 1997 bis 2001, habe ich in Leipzig gelebt. Und obwohl diese Zeit inzwischen schon eine ganze Weile her ist, obwohl sich die Stadt seitdem sehr verändert hat, fühlt es sich auch heute jedes Mal wie Heimkommen an, wenn ich im riesigen Leipziger Hauptbahnhof aus dem Zug steige. Wie immer im März voller Vorfreude auf die trubeligen Tage der Buchmesse. »Manchmal gibt es so Orte, an denen alles irgendwie zusammenläuft. Für mich gehört Leipzig definitiv dazu. Immer wieder.« Das hatte ich vor einem Jahr in einem Buchmessebericht geschrieben, und auch dieses Jahr verknüpften sich die Eindrücke zu einem inspirierenden und bereichernden Erlebnis.
Das wird jetzt aber trotzdem kein Messerückblick, denn da gibt es bereits die lesenswerten Texte auf lustauflesen.de, glasperlenspiel13 oder buchrevier. Bei vielen der von meinen geschätzten Bloggerkollegen geschilderten Begebenheiten war ich mit dabei, so dass ich sie hier nicht ein weiteres Mal beschreiben, sondern stattdessen über eine Art Zeitreise berichten möchte, die ich am Messesamstag erlebt habe. Und die meine Wahrnehmung ein großes Stück verändert hat. „Druckerschwärze und Digitalverlage“ weiterlesen









