Abgebrochene Bücher

Abgebrochene Buecher

Damals, als junger Leser, habe ich niemals ein Buch abgebrochen. Alle habe ich zu Ende gelesen, egal wie langweilig oder uninteressant ich sie fand oder wie wenig ich mit ihnen anfangen konnte. Warum? Ich weiß es nicht. Irgendwie war da immer die Hoffnung, dass mich das Buch – vielleicht auch erst gegen Ende – doch noch packen würde oder der Gedanke, dass ich Angefangenes auch zu Ende bringen müsse. Was für eine Verschwendung an Leselebenszeit! Bei manchen Büchern passt es einfach nicht, der Funke springt nicht über und heute breche ich sie ohne zu zögern nach den ersten Kapiteln, den ersten hundert Seiten ab. Denn es warten so viele andere darauf, entdeckt zu werden. Und schließlich gehört »das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen« zu den zehn »unantastbaren Rechten des Lesers«, die der französische Schriftsteller Daniel Pennac vor über drei Jahrzehnten formulierte. 

Bei einigen Büchern weiß ich noch genau die Stellen, die dafür sorgten, dass ich sie nicht beendet habe. Entweder waren sie – nach genereller Unzufriedenheit mit dem bisher Gelesenen – der endgültige Grund für den Leseabbruch. Oder sie machten mir schon nach den ersten paar Seiten klar, dass Buch und Leser in diesem Fall nicht zusammenpassen würden. Das alles ist natürlich höchst subjektiv, so wie eben jeder Leser, jede Leserin einen eigenen Lesegeschmack hat. Hier kommen ein paar ganz persönliche Abbruch-Beispiele aus den letzten Jahren. „Abgebrochene Bücher“ weiterlesen

Abgetaucht in der Lesearche

Anfang der 2000er-Jahre haben sich Freiburger Freunde einen Lebenstraum verwirklicht und sich einen Schwarzwald-Bauernhof gekauft. Ein wunderschönes Gebäude, ganz aus Holz und über 300 Jahre alt. Seitdem leben sie dort auf tausend Meter Höhe, etwas versteckt an einem Berghang gelegen, vermieten einfache Ferienwohnungen und betreiben ökologische Landwirtschaft mit einer Handvoll Kühen, Hühnern, Ziegen, Eseln und einer Katze. Für einen Stadtmenschen wie mich ist ein Besuch dort immer wie ein Ausflug in eine andere Welt, fast wie in einem Paralleluniversum. Keine Autogeräusche, nur der Wind in den Bäumen und das Rauschen des Baches, der die Turbine für die autarke Stromversorgung antreibt. Und absolut keinen Mobilfunkempfang. Ich bin dort immer unheimlich gerne, nur leider viel zu selten. Die letzten Tage habe ich wieder einmal in dieser schönen Abgeschiedenheit verbracht und diesmal war mein Besuch dort geprägt von intensiven Leseerlebnissen. Eine perfekte Kombination. „Abgetaucht in der Lesearche“ weiterlesen

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