#Rettet.die.Bücher

BuchrettungVon Norman, dem Betreiber des lesenswerten Blogs notizhefte, bekam ich eine Frage zugeworfen. Eine knifflige, eigentlich nicht wirklich beantwortbare Frage, was natürlich deren Reiz ausmacht und mich einige Stunden an Bedenkzeit gekostet hat.

Angenommen, unsere Zivilisation ginge unter: Welche Bücher sind es wert, gerettet zu werden? Der Initiator dieser Fragerunde ist Tobias vom Blog texte und bilder, der für die Beantwortung verschärfte Bedingungen formuliert hat:

Wenn du drei Bücher vor der Apokalypse, die alle anderen Bücher auf dem Planeten zerstört, retten könntest – welche wären es?

Welcher Lesestoff muss unbedingt vor der Apokalypse bewahrt werden? Fällt diese Entscheidung eher persönlich aus oder denkt man dabei wirklich primär an die Nachwelt? Sollte man nicht vor allem praktische Werke für den Wiederaufbau der Zivilisation mit auf den Weg geben – also zum Beispiel naturwissenschaftliche Standardwerke oder das Grundgesetz? Oder muss so eine Frage nicht eher humorvoll angegangen werden – mit der Bewahrung von IKEA-Anleitungen und Telefonbüchern für die Nachwelt?

Die Frage streift ein weites Feld. Und genau so sollte sie verstanden werden: Möglichst frei und weitläufig. Ich stelle mir vor, eine kleine Aktion zu starten, bei der Blogger genau diese Frage beantworten und die drei Bücher nennen, die sie vor dem Untergang retten würden. Danach sind jeweils zwei weitere Blogger – also zwei weitere Buchretter – zu nominieren.

Das Wichtigste dabei ist natürlich das Warum: Warum sind es genau diese drei und nicht andere? Die Entscheidung ist keine leichte. Daher sollte man sich beschränken – sagen wir auf eine Begründung in nicht mehr als 140 Zeichen pro Buch.

Eine echte Herausforderung. Dann mache ich mich mal an die Bücherrettung:

1. Seven Regener, Herr Lehmann
Weil die letzten beiden Sätze dieses Buches für mich die Lebensweisheit schlechthin enthalten und mir schon in vielen Situationen geholfen haben.

2. Lew Tolstoi, Krieg und Frieden
Weil ich dieses Buch in jeder der letzten drei Lebensdekaden einmal gelesen habe und das gerne fortführen würde. Jedes Mal ist es anders.

3. James Joyce, Ulysses
Weil ich dieses Buch immer noch nicht kenne und nach der Apokalypse vielleicht endlich einmal Zeit habe, mich mit ihm zu beschäftigen.

Ist das jetzt eine endgültige Entscheidung? Wahrscheinlich nicht, eher aus dem Bauch heraus, aber für heute muss sie genügen. Sehr interessant und schon in der kleinen Menge vielseitig ist die Auswahl, die bereits von Norman und Tobias getroffen wurde und unter den oben eingebauten Links angeschaut werden kann.

Falls jemand die hochgelobten letzten zwei Sätze aus „Herr Lehmann“ nachlesen möchte: Hier entlang bitte.

Meine Bücherretternominierung geht weiter an Sophie vom schönen Blog literaturen und an Holger, seines Zeichens zeilentiger liest kesselleben.

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