Die Liste der Neun. Ein Ausblick

Ausblick
In den letzten Wochen war es etwas ruhig auf Kaffeehaussitzer. Zwischen Weihnachten, Jahreswechsel, beruflichen und privaten Verpflichtungen gab es keine richtige Muße, um einen Blogbeitrag zu schreiben. Was aber nicht heißen soll, dass die Zeit auch zum Lesen nicht gereicht hat, ganz im Gegenteil. Mittlerweile warten neun Bücher darauf, hier vorgestellt zu werden und als kleinen Zwischenbericht möchte ich einen Ausblick geben, was in nächster Zeit auf Kaffeehaussitzer geplant ist. Das hilft mir auch dabei, eine Gliederung zu schaffen, um mich nicht zu verzetteln.

Es ist nicht so, dass ich jedes Buch bespreche, das ich gelesen habe. Manche hinterlassen zu wenig Eindruck, als das es sich lohnen würde, sich näher damit zu beschäftigen. Allerdings hatte ich Glück bei der Auswahl der letzten Lektüren und so sind neun ganz und gar unterschiedliche Bücher zusammengekommen, um die es hier in den nächsten Beiträgen gehen wird.

Stephan Abarbanell, Morgenland
Eine Reise von Palästina über England nach Deutschland. Auf der Suche nach einem Verschwundenen. Und das alles im Jahr 1946, in einer Zeit der Zwischenwelt.

Sven Felix Kellerhoff, »Mein Kampf« – Die Karriere eines deutschen Buches
Eine wichtige Lektüre aus aktuellem Anlass. Über die Entstehung, die Rezeption, die Quellen und über vieles mehr rund um den Bestseller eines Massenmörders.

Eva Ladipo, Wende
Spannender Thriller vor dem Hintergrund der Wende. Nicht der Wende, an die man zuerst denkt, doch die spielt auch eine entscheidende Rolle…

Henning Mankell, Treibsand
Das schriftstellerische Vermächtnis eines großen Suchenden, der am Ende seines Lebens wissen wollte, was eigentlich einen Menschen ausmacht. Und was bleibt.

Philip K. Dick, Das Orakel vom Berge
1962 erschienen ist das Buch ein Klassiker der phantastischen Literatur. Und dann muss ausgerechnet erst Amazon mit seiner Verfilmung kommen, damit ich darauf aufmerksam werde.

Per Leo, Flut und Boden
Was ich für eine leicht lesbare Familiengeschichte über die Lebenswege zweier Brüder im „Dritten Reich“ gehalten habe, hat sich als ein sehr tiefgründiger Ausflug in die deutsche Geistesgeschichte erwiesen.

Frank Schirrmacher (Hrsg.), Technologischer Totalitarismus
Der Sammelband der bemerkenswerten FAZ-Serie zur Digitalisierung, eine der letzten editorischen Glanzleistungen des viel zu früh verstorbenen Frank Schirrmachers.

Thomas Asbridge, Der größte aller Ritter
Aus einer mittelalterlichen Handschrift rekonstruiert der Autor den Lebensweg eines der bedeutendsten Ritter Englands. Ein brillant erzähltes Sachbuch und eine beeindruckende Reise ins Mittelalter.

Yuro Dojc & Katya Krausova, Last Folio
Vor siebzig Jahren wurde mit der Vernichtung der Juden eine ganze europäische Kultur ausgelöscht. Der Photoband ist eine ergreifende Reise in die papierenen Überreste, die heute noch sichtbar sind.

So. Das ist das Blog-Pensum für die nächste Zeit. Viel Zeitgeschichte und neun Bücher, die mich beeindruckt haben. Jedes auf seine Art.

10 Kommentare

  1. Huhu,

    auf Treibsand bin ich schon sehr gespannt! Henning Mankell’s Bücher haben schon seit jäh einen Platz in meinem Bücherregal und erfüllten mir so manchen Tag. Er war glaub ich menschlich auch großartig drauf, setzte sich schon immer für Minderheiten ein und käpfte gegen Rassismus. Im Herbst ist ein toller Mensch von uns gegangen, geblieben sind aber seine Bücher und die Erinnerung an einen tollen Menschen. Freu mich schon auf deine Rezension dazu ! LG

  2. Eine sehr interessante Zusammenstellung. Persönlich gespannt bin ich auf „Flut und Boden“. Der Roman, kürzlich gekauft, wartet auf dem Lesestapel. Und Danke an die Erinnerung an das Buch „Das Orakel vom Berge“. Mir fällt schon seit einiger Zeit die Amazon-Werbung auf und das Thema, die Idee finde ich ungemein spannend.

    • „Flut und Boden“ war eine völlige Überraschung für mich, anstatt einer entspannt zu lesendenen Vergangenheitsbewältigungs-Familiengeschichte – die ich erwartet hatte – war es ein unglaublich tiefgründiges Buch mit langen Ausflügen in die deutsche Geistesgeschichte. Großartig, aber keine Lektüre für nebenbei…

  3. Hallo, ganz besonders freue ich mich auf die Besprechung von Henning Mankell
    „Treibsand“. Viele Grüße !!!

    • „Treibsand“ ist eine ruhig dahingleitende, aber bewegende Lektüre gewesen. Ein würdiges Vermächtnis.

  4. Lieber Uwe,
    eine sehr interessante Zusammenstellung. Das Buch von Kellerhoff habe ich auch auf meiner Wunschliste stehen.
    Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke!
    Viele Grüße
    Norman

    • Der Kellerhoff gibt hochinteressante Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Rezeption dieser Hassschrift. Spannend und gut lesbar.

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